Grosser Bruder Clemens„Damit du siehst, wie es ist, gedemütigt zu werden“, sagte der 53-jährige Dorfleiter des SOS-Kindorfes Pinkafeld zu einem 13-jährigen Buben, nachdem er auf ihn eingetreten und ihn an den Haaren hinter sich nachgeschleift haben soll. Dann nahm er das Kind in den Schwitzkasten: „Ich könnte dich zerstören.“ – Ereignet hat sich diese unfassbare Tat im August 2003, als sich die Kinder des SOS Kinderdorf Pinkafeld auf Urlaub im Feriendorf Caldonazzo aufhielten.

Rund 1 1/2 Stunden durchzog sich die Tortur, bei der rund 14 Kinder zusehen mussten. Von den anderen Mitarbeitern griff niemand ein und trotz Untersuchungsausschuss war der Verein im Burgenland nicht zu einer „fristlosen Entlassung“ bereit.

Der Vorstand verteidigt sogar den prügelnden Pädagogen und sogar Anhänger der schwarzen Pädagogik dürften wenig davon angetan sein, wie ein SOS Kinderdorfkind von seinem Dorfleiter behandelt wird.

Getreten, gestoßen, beschimpft und in den Schwitzkasten genommen.

Der Vorsitzende von SOS Kinderdorf Burgenland, Richard Hofer, sieht den Vorfall als „falsche Belehrung“ und verweist auf die Veranschaulichung der Situation: „Der Pädagoge wollte veranschaulichen wie das ist, wenn ein Stärkerer einen Schwächeren unterdrückt“. Der Bub hätte zuvor mit einem Mädchen gerauft und sollte nun vom Dorfleiter seine Belehrung bekommen.

Da stockt sogar der betroffenen Kinderdorfmutter der Atem. Denn sie hatte die Situation mit einem Betreuer und den 14 Kindern anders miterlebt., als sie vom Vorsitzenden Hofer nun argumentiert wird.

Um die Demokratie im Dorf zu wahren, veranstaltete der Dorfleiter unter den 40 Bediensteten eine anonyme Wahl, die für den Verbleib des Dorfleiters in seiner Funktion plädierte. Die Kinder wurden übrigens nicht befragt.

Seit April 2004 leitet Doris Wild das SOS Kinderdorf Pinkafeld. Die Gerüchte um Missstände reißen allerdings nicht ab und liegen INHR eine Vielzahl an Meldungen vor. Allerdings sah Frau Wild die Interventionen von INHR als Belästigung an. Sofort wurde der Anschluss betroffener Kinderdorf Familien als Geheimnummer gemeldet und auch Frau Wild entschloss sich zu einer neuen Handynummer.

Auf der eigenen Homepage wirbt SOS Kinderdorf Österreich warmherzig für Spenden. Beeindruckende Kinderfotos und neuerdings sogar ein eigener Blog, sollen die Kassen klingeln lassen. Dann wäre da noch der Ruf in Richtung „UN Kinderrechtskonvention“ für die sich SOS Kinderdorf besonders stark macht.

In Tirol haben sich zwischenzeitlich ehemalige SOS Kinderdorf Kinder formiert, die sich wenig erfreut sehen über das, was sie selbst in ihrem eigenen SOS Kinderdorf erleben mussten. INHR jedenfalls wird auch in Zukunft über Missstände in österreichischen SOS Kinderdörfern berichten und sich weder von Unterlassungsklagen noch anderen Druckmitteln davon abhalten lassen.

Quelle: Int. Network of Human Rights

4 Antworten zu „Gewalt im SOS Kinderdorf“


  1. 1 Rudi August 27, 2007 um 11:34

    für was gibt es eigentlich dieses Spendengütesiegel?
    nur noch deprimierend hier zu lesen wie kinder getratzt werden

  2. 2 eaglem September 24, 2007 um 11:48

    Wenn Sie nur hingeschrieben hätten: „Kein Fußbreit Freiheit für sinnlose Gewalt!“, dann wäre der Artikel noch was geworden. Aber so?

    Ich mein, der Leiter dieses Kinderdorfes hat tatsächlich etwas getan, was er nicht hätte tun sollen: Er hat zuerst zugeschlagen. (Sofern dies überhaupt der Wahrheit entspricht) Und das auch noch mehrere Male und über eine längere Zeit. Da wäre ein Berufsverbot angesagt. Schade, dass sich das nicht durchgesetzt hat.

    Einem Kind oder Jugendlichen weh zu tun, hat nur dann einen Sinn, wenn man erstens selbst geschlagen wird (Notwehr) oder wenn man zweitens dem Betroffenen damit bewusst macht, dass Schmerzen unangenehm sind (ist meist bei kleinen Kindern der Fall). Dabei sollte man nicht tatsächlich so zu schlagen, dass sich dadurch eine Verletzung ergibt, sondern allenfalls so, dass es ihm schmerzt, aber nicht demütigt. Meist ist das mit einem Hieb in den Oberarm schon getan und die Sache beruhigt sich.

    mfg

  3. 3 nicole Juli 31, 2009 um 6:19

    hy ich bin im sos-kinderdorf pinkafeld aufgewachsen und das hat mir ein schlag ins herz gegeben.der kinderdorfleiter war ein itiot zu kinder der hatte keine nette art zu uns allen

    er war immer so komisch zu uns allen

  4. 4 Daniel Schötzer August 27, 2009 um 7:24

    Fuck of Heime ich bin dort aufgewachsen und ich hasse die ganzen unfähigen Erzieher


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Viele haben unseren Weblog, der sich kritisch mit den SOS Kinderdörfern auseinandersetzt, besucht. Dafür wollen wir euch herzlich danken, ganz besonders denjenigen unter euch, die mit ihren Kommentaren viel Licht ins Dunkel gebracht haben. Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Aus zeitlichen Gründen haben wir uns dazu entschlossen nur noch wichtige Meldungen hierher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Natascha bleibt euch allerdings als junge Schreiberin beim Nachrichten Magazin Xlarge selbstverständlich erhalten. Wer Lust hat, kann ja mal unter www.xlarge.at reinsehen.
Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder sind die Namen in diesem Weblog geändert.

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