Grosser Bruder ClemensDie Welle an Enthüllungen bricht nicht ab und die österreichischen Träger der Freien Jugendwohlfahrt kommen mehr und mehr in die Schlagzeilen. Nach dem Bekanntwerden von Missständen in SOS Kinderdorf Pinkafeld und Hinterbrühl, der Firma Lebensraum Heidlmair GmbH in Kremsmünster, müssen nun die Betreiber eines Kinderdorf in Vorarlberg Rede und Antwort stehen. Ein 63 jähriger habe laut Polizei über Jahre rund 6 Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren sexuell missbraucht.

Sie werben mit Geborgenheit, professionellen Helfernetz und dem Engagement der Kinderdorf Mütter. Bezahlt werden sie von Spenden, der Jugendwohlfahrt und dem Erlös aus Waisenpension, Familienbeihilfe und Kindergeld. Die Jugendwohlfahrt wiederum holt ihren Kostenersatz von den leiblichen Eltern und auch den Kindern selbst zurück. Geht es allerdings um den Schutz der anvertrauten „fremden“ Kinder, so gerät so manche Einrichtung der Freien Jugendwohlfahrt neuerdings mehr und mehr ins Zwielicht der Öffentlichkeit.

Jüngst verantworten muss sich ein 63 jähriger Ehemann einer Kinderdorfmutter aus Vorarlberg. Er habe über Jahre an mehreren Mädchen aus seiner Kinderdorf Familie sexuelle Übergriffe vorgenommen. Ans Tageslicht kam alles, nachdem sich die Mädchen während der Abwesenheit des Peinigers gegenüber der Dorfleiterin anvertraut haben.

Die Übergriffe sollen sich gegenüber mindestens 6 Mädchen und über mindestens vier Jahre ereignet haben. Laut Jugendwohlfahrt werden Kinder in einem Kinderdorf untergebracht, wenn die leiblichen Eltern aus unterschiedlichen Gründen nicht für sie sorgen können.

In einer früheren Presseanfrage begründet Viktor Trager, Pressesprecher von SOS Kinderdorf Österreich, derartige Gründe mit Überforderung in der Erziehung, Alkohol- und Drogenprobleme der Eltern aber auch sexuellen Missbrauch. Der Homepage von SOS Kinderdorf Österreich aber auch einem Blog einer Kinderdorfmutter aus Seekirchen zu entnehmen, kommen die Kinder schwer traumatisiert in die neue Pflegefamilie und haben viel schlimmes erleiden müssen.

Das Int. Network of Human Rights hat bereits mehrfach auf die Missstände in derartigen Einrichtungen hingewiesen und sah sich aufgrund dessen seitens SOS Kinderdorf Österreich sogar mit einer Unterlassungsklage konfrontiert.

Weshalb die Übergriffe durch die Kinderdorf Mutter nie entdeckt wurden, konnte der Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorf, Christoph Hackspiel, bei einer heute eilig einberufenen Pressekonferenz nicht beantworten.

Patricia Göller von der Initiative Sorgentreff hingegen, sieht in diesem Vorfall wiederum keinen Einzelfall. Demnach fristen unzählige Kinder in österreichischen Kinderdörfern, während Eltern mit Anwälten vor Gerichten ihre Unschuld erkämpfen müssen. Nicht selten spielen dabei Missbrauchsvorwürfe ein gewichtige Rolle, die nicht zuletzt durch perfide Handlungen von Bekannten und Verwandten insziniert werden. Letztlich bleiben zerbrochene Herkunftssysteme und Kinder ohne Ursprung, wie Patricia Göller aus ihrer Arbeit mit leiblichen Eltern nur zugut weiß.

Unterdessen wurde der Tatverdächtige festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Laut Hackspiel hätten sich die Übergriffe ausschließlich in dieser einen Kinderdorf Familie abgespielt und hat diese Familie in den letzten 12 Jahren rund 15 Kinder betreut.

Für den Tiroler Investigativ Journalisten Stephan Pfeifhofer zeugt dieser Vorfall wieder einmal nur für die Spitze des Eisberg. Er ortet schon seit Jahren unzählige Vorfälle in derart heilen Organisationen. Besonders bedenklich empfindet Pfeifhofer den kontinuierlichen Spendenmarathon dieser Trägerschaften, die laut Pfeifhofer nur eines zum Ziel haben, die unermüdliche Bereicherung.

Pfeifhofer befasst sich nunmehr seit rund 4 Jahren mit der österreichischen Jugendwohlfahrt und steht aufgrund seiner Berichterstattung immer wieder mit leiblichen Eltern und ihrem Schicksal in Kontakt.

Quelle: Int. Network of Human Rights

7 Antworten zu „Missbrauch im Kinderdorf“


  1. 1 Dorothea April 11, 2008 um 9:21

    einfach schrecklich diese Tat – wie ich heute in den Medien lese, hat man diesen Kinderdorfvater zu sechs Jahren Haft verurteilt

    sind denn Kinder nirgendwo mehr sicher und warum tun die Aufsichtspersonen in solchen Kinderdörfern nichts gegen Übergriffe?

  2. 2 Schusterleiste April 13, 2008 um 3:02

    is ja nix neues die armen Kinder sind im SOS noch ärmer
    aber was solls kann man nur hoffen das http://www.inhr.net was dagegen tut

  3. 3 Gap April 13, 2008 um 10:27

    Der Mensch der diese HP prodozierte der muss so einen Hass gegen SOS haben. Vielleicht lag es daran das er oder sie sich fügen mussten,(anders gehts ned bei soooooo vielen Kids) so wie überall. OK verstehe.Aber sich soPRIMITIV zu rächen? Nein danke, unterste Schublade. Sei froh das sich SOS deiner annahm, sonst könntest du hier nicht so viel Unfug schreiben.Wer wei wo du heute wärst(Strich?) Bussi

  4. 4 Gap April 13, 2008 um 10:30

    Halloooooooooooooooooo ihr Obergscheiten. Viele schmücken sich mit KINDERDORF!!!!!!!!!Aber es war kein SOS ihr ober-Dumpfbacken!!!!!!!!!ihr selbst Gelehrten!!!!!ihr so gut macher selber !!!ihr sozial Schmarotzer!! Lesen dann urteilen!!!!!!!!!!!!
    Habt ihr schon mal von z.B.pro Juventute gehört????

  5. 5 tschees September 9, 2008 um 8:28

    *gg*
    da sind sie voreilig am werk, ein kinderdorf ist bei denen wie das andere…
    nur das der ganze vorarlberger fall nix mit dem sos.kinderdorf zutun hat.

  6. 6 Inge März 6, 2009 um 6:24

    Im SOS Kinderdorf Dornbirn ist ein Sextäter aufgeflogen. Laut Medienberichten soll SOS Kinderdorf den Sextäter unbeaufsichtigt zu den Kindern gelassen haben.

    http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/vorarlberg/Urteil_im_Kinderdorf-Missbrauchs-Prozess_0437287.ece

  7. 7 Daniel Schötzer August 27, 2009 um 7:17

    Scheiss Erzieher verdammte Kinderficker


Eine Antwort schreiben




WIR DANKEN EUCH!

Viele haben unseren Weblog, der sich kritisch mit den SOS Kinderdörfern auseinandersetzt, besucht. Dafür wollen wir euch herzlich danken, ganz besonders denjenigen unter euch, die mit ihren Kommentaren viel Licht ins Dunkel gebracht haben. Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Aus zeitlichen Gründen haben wir uns dazu entschlossen nur noch wichtige Meldungen hierher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Natascha bleibt euch allerdings als junge Schreiberin beim Nachrichten Magazin Xlarge selbstverständlich erhalten. Wer Lust hat, kann ja mal unter www.xlarge.at reinsehen.
Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder sind die Namen in diesem Weblog geändert.

Tags der Kleinen Lisa

Allgemein

Statistik

  • 39,755 Besucher seit 28.08.07

 

November 2009
M D M D F S S
« Jun    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30