Grosser Bruder ClemensGerne wirbt die Organisation SOS Kinderdorf Österreich zur Lukrierung notwendiger Spenden zwecks Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Auf der Homepage von SOS Kinderdorf Österreich wurde daher vor kurzem damit geworben, dass ein Mädchen gerne Krankenschwester werden möchte. Tatsächlich aber fordert die Organisation exorbitante Beträge von den zuständigen Landesbehörden und die angeblich so zahlreich agierenden Spender scheinen plötzlich nicht mehr auf. Das Landesgericht St. Pölten hat diesem Treiben vorerst ein Ende gesetzt und das Klagebegehren (2 Cg 124/05d) vom Verein „SOS Kinderdorf Burgenland“ zurückgewiesen. Rudolf Yorganzy von XlargE Investigativ TV hat den Prozess auch für das Int. Network of Human Rights Vor Ort mitverfolgt. In die Schlagzeilen war der Zweigverein von SOS Kinderdorf Pinkafeld geraten, nachdem ein 13 jähriges Kind im SOS Feriendorf Caldonazzo über 1 1/2 Stunden vom Dorfleiter in Anwesenheit von vielen Kindern und Betreuern geschlagen worden war.

Mehr und mehr ergeben die Aussagen, Angaben und Beweggründe der Organisation SOS Kinderdorf Österreich ein Netz voller Widersprüchlichkeiten. Das Landesgericht St. Pölten hat nun reagiert und einem sinnlosen Klagebegehren über Euro 17.610,00 den Laufpass gegeben.

„Anstatt den Kindern eine gute Ausbildung mit Spendengeldern zu finanzieren, beschäftigen sie lieber Anwälte“, ist Roland Reichmann von der Initiative Int. Network of Human Rights erzürrnt und blickt noch heute auf die Unterlassungsklage von SOS Kinderdorf Österreich in Zusammenhang mit einer Berichterstattung im vergangenen Jahr. „Seither trauen sie sich nicht mehr zu klagen“, grinst Reichmann wieder und zeigt sich über die gerichtliche Entscheidung hoch erfreut.

Das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung war dieses Mal Angriffspunkt der herrschenden Akteure aus Innsbruck. Nur mit dem feinen und pikanten Unterschied, dass man die Klage vom Zweigverein betreiben ließ.

Für den Enthüllungsjournalisten Stephan Pfeifhofer nichts Neues. Er recherchiert bereits das 2. Jahr im Sumpfloch SOS Kinderdorf und beim Anblick dieser Vorgehensweisen trifft ihn ein Schaudern: „Wie man sieht werden entgegen den Spendenberichten offenbar Gelder für was anderes ausgegeben und so bleiben die Kinder erst recht auf der Strecke. Matura ade und aus sind die Chancen für diese Kinder!“

Richterin Alexandra Rossmeisel vom Landesgericht St. Pölten sieht jedenfalls keinen Grund, dass erneut Steuergelder verschwendet und Spender hinters Licht geführt werden. Auf der Homepage von SOS Kinderdorf Österreich jedenfalls ist keine Silbe vom Versagen bei Gericht zu lesen. Dort können bekanntermaßen Patenschaften online geschlossen und Spenden mittels Kreditkarte ungeniert angewiesen werden.

Für das heute 23 jährige Mädchen, sie lebt seit 1986 im SOS Kinderdorf Pinkafeld, wenig Trost und Spende. Eigentlich wollte B. ja nur Matura machen. In der Hauptschule war B. der 2. Leistungsgruppe zugeordnet, doch SOS Kinderdorf sollte zu besseren Leistungen verhelfen und die Steuerzahler ohne Wenn und Aber cashen.

Die Anwaltskosten in der Höhe von rund Euro 3.200,00 (inkl. Ust. versteht sich!) werden vorerst der Kanzlei Dr. Peter Birgmayer in Wien anhaften, jene rechtsfreundliche Vertretung, die gerne mit SOS Geld auf juridische Tuchfühlung geht. Für ein Mädchen namens B. reicht das kaum zum Studieren. Aber gut Ding braucht Weile und wir wünschen viel Glück dabei.

Quelle: Int. Network of Human Rights

3 Antworten zu „SOS Kinderdorf verliert Klage“


  1. 1 B. August 29, 2008 um 11:54

    Ich möchte hier nur mal was klar stellen. Ich bin die „besagte B.“ von diesem Artikel. Es ist nämlich so, dass ich zwar „nur“ in der 2. Leistungsgruppe in der HS war, jedoch danach eine Fachschule besuchte und diese mit Auszeichnung absolvierte. Dann habe ich mich dazu entschieden die Matura zu machen und studieren zu gehen. Die Jugendfürsorge NÖ hat sich aber dazu entschlossen mich finanziell nicht mehr zu unterstützten, da ich doch schon eine Berufsausbildung habe. Meine Frage daher: Soll mir verweigert werden zu studieren, nur weil ich nicht bei meinen Eltern groß geworden bin und diese bwz. ich nicht die finanziellen Mittel habe um zu studieren?

    Ich finde es schade, dass so „herabwürdigend“ über das SOS-Kinderdorf gesprochen wird. Klar ist doch, dass es in jedem Verein irgend eine „Leiche“ im Keller liegt. Aber, dass hier auf dieser Seite nur schlecht über das Kinderdorf gesprochen wird finde ich nicht richtig. Es gibt genug Kinder, und diese sind auf alle Fälle in der Überzahl, die vom Kinderdorf profitiert haben.
    Ich kann nur sagen, ich bin ein Kinderdorf-Kind und das ist auch gut so!!!!!!!

    mlg B.

  2. 2 soskinderdorf August 30, 2008 um 5:20

    Ich möchte hier auch einmal was klarstellen:

    Wir berichten nicht „pauschal“ negativ über die SOS Kinderdörfer, die in bestimmten Bereichen, wenn tatsächlich Kinder ohne ihre leiblichen Eltern auskommen „müssen“, bestimmt gute Arbeit leisten.

    Die Grundlage unserer Website bilden Zeitungs- und Tatsachenberichte und Schilderungen von Betroffen.

    Jedenfalls maßt SOS Kinderdorf Österreich den anvertrauten Kindern kategorisch Entfremdung an. Deshalb sehen viele Kinder nicht einmal mehr ihre Verwandten wie z.B. die Oma.

    @B.: Wir können die Authentizität deiner Aussage zum jetzigen Zeitpunkt nicht überprüfen. Du bekommst von uns aber ein Email zwecks Kontaktaufnahme. Zum konkreten Fall wollen wir sagen: SOS Kinderdorf Pinkafeld hat für diesen Prozess über Euro 17.000,- investiert, anstatt die Summe direkt für das Studium von B. zur Verfügung zu stellen.

    Natürlich ist das Jugendamt gesetzlich für diese Kosten verantwortlich, die wiederum von den leiblichen Eltern und sogar von den Kindern und Jugendlichen selbst zurückgefordert werden (laut Jugendwohlfahrtsgesetz). Dh. hätte B. die Kosten bewilligt bekommen und anschließend genügend Einkommen, kann das Jugendamt jederzeit die Rückzahlung verlangen.

    Seid bitte nicht so naiv zu glauben wir leben in einer Welt die uns alles schenkt.

    Kinder und Jugendliche die nicht in einem Kinderdorf leben, deren Eltern arm sind, müssen z.B. zum Schulanfang auf Spenden der Volkshilfe hoffen. Warum kann also SOS Kinderdorf nicht einfach hergehen und Spendengelder für dein Studium bereitstellen. Die Spenden musst du bestimmt nicht zurückbezahlen.

    Grüße Natascha König

  3. 3 mandy September 25, 2009 um 3:57

    hallo Frl. B !

    Dann hattest du wohl sehr viel Glück ,ich durfte nicht weiter zur Schule gehen musste diese Arbeit annehmen die man mir vorgeschrieben hatte.

    Natürlich gibt es viele Kinder denen es gut ging …..aber was ist mit den „Kindern“ die nicht so wie du dass GLÜCK hatten Kind zu sein ,die geschlagen wurden ,Missbraucht wordn sind und wo keiner DA war um zu helfen…..

    Es ist so leicht zu sprechen wenn alles in Ordnung war , sei froh dass es dir nicht so gegangen ist wie denen die du nicht kennst.

    Mann kann immer sagen es tut uns leid was passiert ist ,vielen Menschen aus dem SOS Kinderdörfern wäre damit schon geholfen…Aber was macht man ; immer noch werden dies Menschen als LÜGNER verurteilt warum?

    Weil man die SOS Dörfer schützen will ,alles als gut und schön darstellt …So war es nie und wird es auch nicht so schnell sein ,wenn gewisse Hr. nicht endlich dazu stehen und zugeben es ist viel falsch gelaufen und wir versuchen dass zu ändern..
    Solange dass nicht sein wird ändert sich auch nichts.

    Es werden auch keine Therapien übernommen die den Opfern helfen würden .Dazu kann ich nur sagen TRAURIG SOS-Kinderdorf


Eine Antwort schreiben




WIR DANKEN EUCH!

Viele haben unseren Weblog, der sich kritisch mit den SOS Kinderdörfern auseinandersetzt, besucht. Dafür wollen wir euch herzlich danken, ganz besonders denjenigen unter euch, die mit ihren Kommentaren viel Licht ins Dunkel gebracht haben. Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Aus zeitlichen Gründen haben wir uns dazu entschlossen nur noch wichtige Meldungen hierher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Natascha bleibt euch allerdings als junge Schreiberin beim Nachrichten Magazin Xlarge selbstverständlich erhalten. Wer Lust hat, kann ja mal unter www.xlarge.at reinsehen.
Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder sind die Namen in diesem Weblog geändert.

Tags der Kleinen Lisa

Allgemein

Statistik

  • 39,503 Besucher seit 28.08.07

 

November 2009
M D M D F S S
« Jun    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30