Grosser Bruder ClemensSeit einigen Monaten betreibt die selbsternannte Kinderhilfsorganisation SOS Kinderdorf Österreich einen Weblog zum Thema „Beruf SOS Kinderdorf Mutter“ und schafft sich damit nicht nur Freunde, wie die gestrige Versammlung der Organisation Sorgentreff zum Schutze von Leiblichen Eltern und deren Kinder in Innsbruck gezeigt hat. INHR Online ist für die betroffenen Eltern auf Spurensuche gegangen und SOS Kinderdorf konnte trotz Anfrage nicht erklären wie die Verwertungsrechte der Kinderfotos gehandhabt werden. Mit Verweis auf die zuständigen Jugendwohlfahrtsbehörden spielt die Organisation SOS Kinderdorf wieder einmal den Ball von sich.

Der gestrige Montag, 13. August 2007 war für viele nicht nur der Auftakt einer neuen Woche mit regnerischen Sommeraussichten. Im Gasthof Stieglbräu lud Sorgentreff Initiatorin Patricia Göller zum Gespräch mit betroffenen leiblichen Eltern fremd untergebrachter Kinder.

Die Stimmung ist erregt, die heiße Luft sorgt kaum für Abkühlung und sogar Väter haben sich unter die vorwiegend von Frauen dominierende Runde gesellt. Sie alle haben etwas gemeinsam, den Wunsch für ihre Kinder dasein zu können. Doch der Staat, das Jugendamt und nicht zuletzt Organisationen wie SOS Kinderdorf verfolgen andere Absichten.

Eine Mutter kann es gar nicht erwarten und bedrängt die Frauenpower von Sorgentreff immer wieder. Die Kellnerin notiert hastig ihre Bestellungen und manch einer eilt eifrig davon, um noch ein wichtiges Geschäft zu erledigen. Vom einfachen Arbeiter bis hin zur leitenden Angestellten sieht man Menschen in die Augen, die mehr wollen als nur eine Stimme. Man möchte glauben hier tagt in Kürze der Stadtrat von Innsbruck. Tatsächlich aber haben sich leibliche Eltern formiert, deren Kinder vom Staat gepflegt und erzogen werden ohne dafür auf Freiwilligkeit und Zustimmung zu achten. 

Jährlich investiert die Republik Österreich rund 200 Millionen Euro pro Tag für die Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen, die nach Angaben diverser Betreuungseinrichtungen aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können.

Cordola kennt das Problem und schlägt nicht ungern auf den Tisch, wenn ihr Unrecht wiederfährt. Geschlagen hat sie ihre Kinder nie sagt sie und dennoch sieht das Jugendamt Handlungsbedarf. Jetzt verbringen ihre Mädchen die Sommertage in Norditalien am Caldonazzosee. Während sie keine Besuchskontakte durch das Amt zugesprochen bekommt, possieren ihre Babys auf der Homepage von SOS Kinderdorf.

Dazu erklärt Christian Mungenast als Online Redakteur von SOS Kinderdorf auf Anfrage:“Die Kinder haben uns das Einverständnis gegeben. Ansonsten kann ich dazu nichts sagen und verweise an meinen Kollegen Modlik.“

Herrn Modlik kennen wir bereits als Unwissenheit in einer weltumspannenden Organisation. Zuständig für Mittelbeschaffung und als Mitglied der Redaktion war Herr Modlik bis heute nicht in der Lage unsere Fragen zu beantworten.

Gesprächiger zeigt sich da schon eine Mutter aus Kärnten:“Meine beiden Töchter wurden ohne mein Einverständnis im ORF mehrfach vorgeführt. Ich besitze das Sorgerecht und kämpfe nach wie vor bei Gericht. Doch meinen Töchtern wird eingetrichtet sie sollen im SOS Kinderdorf bleiben. Meine Älteste leidet deshalb sogar an Magersucht und ißt kaum etwas!“

Als einzige Jugendwohlfahrtsbehörde wollten die Verantwortlichen in Salzburg zu dieser heiklen Thematik Stellung beziehen und man spricht dort die Gesetzeslage offen aus: „Generell kann ich anführen, dass für eine Veröffentlichung in einer Zeitung oder im Fernsehen  der Obsorgeberechtigte zustimmen muss; sollten wir als Obsorgeberechtigter nicht eingebunden werden, leiten wir ein Verfahren gegen die Medien ein.“, sagt Hannes Herbst von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg und Umgebung.

Patricia Göller von Sorgentreff prüft nun mit einer Innsbrucker Rechtsanwaltskanzlei rechtliche Schritte gegen die Organisation SOS Kinderdorf Österreich: „Wir haben heute mit den Eltern die weitere Vorgehensweise besprochen und werden einen Katalog umfassenden Musterprozess einleiten“, sagt Göller gegenüber INHR Online und verweist in Punkto Finanzierung auf zahlreiche Spenden von Betroffenen und Gönnern.

Quelle: Int. Network of Human Rights

9 Antworten zu „SOS Weblog erhitzt Gemüter“


  1. 1 exKinderdörfler August 28, 2007 um 8:07

    Es ist doch immer das gleiche, von 1000 Fällen ist einer immer dabei deren Eltern sich querstellen und mit allen Mitteln versuchen sich selber ins bessere Licht zu rücken und alle anderen sind schlecht. Dass die Kinder von den Eltern weggenommen werden hat meistens einen Grund, ich glaube kaum dass die Jugendbehörden einfach so Kinder den leiblichen Eltern wegnehmen und dass die Eltern die Kinder nicht sehen dürfen kann nur das Gerichte entscheiden…

  2. 2 Mutter August 28, 2007 um 8:44

    An exKinderdörfler:

    Ganz Ihrer Meinung. Aber wenn z.B. einer 10 jährigen von der Kinderdorfmutter und dem Dorfleiter eingetrichtert wird was sie dem Gutachter zu erzählen hat, kann etwas nicht stimmen. SOS Kinderdorf hat einfach ein Problem. Es ist nicht für Kinder gedacht, deren Eltern noch vor Gericht um das Sorgerecht kämpfen. z.B. mussten die Kinder vom Piller (Tiroler Oberland) 6 Jahre lang im SOS Kinderdorf Osttirol leben. Bis eine Osttiroler Richterin das als „seelische Verkümmerung“ bezeichnet hat. SOS Kinderdorf ist wichtig, wenn Kinder wirklich nicht mehr nach Hause zurückkehren können und bis zur Volljährigkeit im Kinderdorf bleiben. Vielleicht könnte man bei SOS Kinderdorf auch einmal Nein sagen, wenn so eine Anfrage vom Jugendamt kommt.

  3. 3 WGlerin Oktober 14, 2007 um 11:36

    ich bin heute zum ersten mal auf diese seite gestoßen, und ich muss sagen, ich bin entsetzt! mir fehlen wirklich die worte um zu beschreiben welche hass-propaganda hier getrieben wird!

    aber zu „mutter“, sos-kinderdorfeinrichtungen (dorf,wgs,kindergärten,auffangfamilien,usw) lehnen unmengen von kinder jedes jahr ab, einfach aufgrund von platzmangel, doch ihren aussagen zufolge wissen sie anscheinend nicht, was dann mit diesen kindern passiert!
    sie kommen, wenn sie „glück“ haben in einrichtungen, die nur ein zehntel der pädagogischen und therapeutischen mittel anwenden, sprich es handelt sich um simple anwesenheit von mehr oder weniger gut ausgebildeten betreuerInnen ! was das sos-kinderdorf bietet ist fernab von all den „angeboten“ an betreuungs stellen, die sich sonst finden lassen. somit möchte ich abschließend eigentlich nur sagen, dass man vielleicht nicht urteilen sollte, solange man nicht selbst mitten drin steht und beiden seiten sieht!

  4. 4 Ramstein Oktober 14, 2007 um 11:56

    Sorry WGler, aber wenn SOS Kinderdorf nicht einmal Sunflower Therapie und Neurofeed Back Therapie unterstützt, dann muss ich an der Kompetenz eines solchen Kinderhilfswerk echte Zweifel hegen. Aber mit der Ablehnung von Kindern hast du durchaus recht. Es werden nämlich nur Kinder aufgenommen, wo nach dem Jugendwohlfahrtsgesetz Gelder von den Eltern eingefordert werden können. Jedenfalls hat mir das mal eine ehemalige Mitarbeiterin von SOS Kinderdorf erzählt.

    Und was die Propaganda anbelangt, so denke ich, die Kids hier waren ja mal selbst im SOS Kinderdorf untergebracht und wissen am besten, wie es ihnen dabei ergangen ist ;-)

  5. 5 Gaby Oktober 14, 2007 um 4:43

    Liebe WGlerin!

    Ich empfinde es mehr als Propaganda, wenn SOS Kinderdorf in einem Werbespot Kinder zeigt, die nach Mama und Papa rufen. Das hinter den Kindern leibliche Eltern stehen, nicht nur als biologische Erzeuger, die oftmals durch Pflegschaftsgerichte und Jugendämter genarrt werden, verschweigt der Spot. Heute geht es SOS Kinderdorf nur noch um viele Paten und Spenden. Solltest Du SOS Kinderdorf kennen, dann erkundige dich einmal, welche Fortschritte die Forschung im Bienenhaus/Hinterbrühl macht und warum heutzutage andere Einrichtungen wie das ASE-Projekt nicht nur eine 100 % Durchkommensgarantie versprechen können, sondern sämtliche Kinder und Jugendliche tatsächlich ins Herkunftssystem zurückführen. Leider ist Österreich in Punkto Fürsorgepolitik auf diesem Gebiet rückständig unterwegs.

    vlg, Gaby

  6. 6 WGlerin Oktober 15, 2007 um 5:13

    egal ob ehemalige oder nicht, man darf all das positive, das das sos-kinderdorf bei so unzählig vielen kindern und jugendlichen bewirkt hat, nicht so in den schatten stellen!
    es ist mir sehr wohl bewusst, dass es im kinderdorf immer wieder kleine oder große skandale gibt, die man naturgemäß zu vertuschen versucht und die schwerwiegende auswirkungen auf die betroffenen haben können, nur kann man dem kinderdorf im großen und ganzen nicht vorwerfen, dass es sich nach diesen vorfällen nicht rechtmäßig um die betroffenen kümmert. ich habe selber einige jahre in kinderdofeinrichtungen verbracht, und weiß sehr wohl von was ich spreche…ebenso habe ich auch gesehn, dass dorfleiter falsche personalentscheidungen getroffen haben, oder das familiensystem falsch eingeschätzt worden ist. doch…so etwas kann passieren…das soll die tragik der tatsache auf keinen fall mindern, und ich empfinde großes beileid für jene, die in situationen gekommen sind, in denen das kinderdorf falsch oder inadäquat gehandelt hat, ich bin jedoch der meinung, dass, egal wie frustriert, verletzt und enttäuscht man ist, man auf keinen fall immer nur die negativen seiten der medaille beleuchten sollte, um so ein komplett verzerrtes bild vom großen ganzen herzustellen!
    mfg WGlerin

  7. 7 soskinderdorf Oktober 15, 2007 um 9:30

    Hi!

    Du hast ja recht, aber im Moment wollen wir erst einmal die dunkle Seite der Medaille beleuchten. In den Medien werden die positiven Seiten einfach zu aggressiv beleuchtet. Natürlich haben jene von uns, die mal im Kinderdorf gelebt haben, auch positive Momente erlebt. Aber gerade das Thema sexueller Missbrauch wird ja nur tabuisiert und totgeschwiegen. Vergangenes Jahr hat es von mehreren Leuten Klärungsversuche mit den Verantwortlichen gegeben. Natürlich besteht von unserer Seite nach wie vor ein Gesprächsangebot mit den Verantwortlichen. Du selbst gibst uns zudem auch Recht. Wenn wir also gemeinsam versuchen die positiven und negativen Punkte aufzuzeigen und mit SOS Kinderdorf das Gespräch passt, dann sind wir ja alle zufrieden.

    lg Natascha

  8. 8 Gap Mai 1, 2008 um 1:44

    Kinder sagen MAMA zu der die sie Liebt, zu Essen gibt und sie wickelt. Beschwert euch ned. Ihr habt versagt, seid zu spät darauf gekommen. Habt jahrelang eure Kinder vernachlässigt!!!!! Jetzt ist die SOS Mum…. die Mama.VIVA SOS….. die wahre Liebe die Kinden zusteht!!!!!!!!!
    Bussi Gap

  9. 9 dagmar.st. Juni 28, 2008 um 7:17

    ..ALSO wenn ich denke ich war gute 6 1/2 jahre im kinderdorf!

    hab meinen vater sehen können oder telefonieren mit ihm wann ich wollte!

    das einzige was ich sagen kann ist das MIR die entscheidung überlassen wurde ob ich weg gehe aus dem kinderdorf und das mit 13 jahren!

    das war ein großer fehler im nachhinein!

    mein leben wäre mit sicherheit besser verlaufen wäre ich geblieben!

    meine kinderdorf mutter fehlt mir heute noch da der kontakt nicht mehr besteht!


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WIR DANKEN EUCH!

Viele haben unseren Weblog, der sich kritisch mit den SOS Kinderdörfern auseinandersetzt, besucht. Dafür wollen wir euch herzlich danken, ganz besonders denjenigen unter euch, die mit ihren Kommentaren viel Licht ins Dunkel gebracht haben. Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Aus zeitlichen Gründen haben wir uns dazu entschlossen nur noch wichtige Meldungen hierher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Natascha bleibt euch allerdings als junge Schreiberin beim Nachrichten Magazin Xlarge selbstverständlich erhalten. Wer Lust hat, kann ja mal unter www.xlarge.at reinsehen.
Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder sind die Namen in diesem Weblog geändert.

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